„Ein Verstoß gegen die Löschpflicht!“

19.11.2019

Hierbei wurde ein Bußgeld in Höhe von 14,5 Mio. Euro an ein deutsches Unternehmen verhängt.

Vermutlich haben Sie die Information aus den Medien bereits mitbekommen. Aber ich möchte diese dennoch noch einmal ein wenig näher beleuchten und Ihnen aufzeigen, dass die meisten Unternehmen, vielleicht sogar Ihr Unternehmen, genauso davon betroffen sind.

Warum erzeugt gerader dieser Fall ein hohes Aufsehen?
Viele Unternehmen haben, zumindest bis dahin, die Meinung vertreten, dass die Deutschen Datenschutzaufsichten nicht nennenswert im Bereich Datenschutz reagieren.
Das trifft auf keinen Fall zu. Nur die Öffentlichkeitsarbeit der Aufsichten ist nicht gerade gut.
In Fachkreisen und im Austausch mit den Aufsichten werden sehr wohl eine Vielzahl von Sanktionen bekannt.

Warum meine ich, dass von der Datenpanne so ziemlich jedes Unternehmen betroffen sein kann?
Weil so ziemlich jedes Unternehmen personenbezogenen Daten in seinen Archiven oder Schränken liegen hat bzw. diese EDV-technisch sammelt, obwohl hierfür keine Rechtsgrundlage vorliegt.
Fakt ist, analoge Daten lassen sich schneller, viel schneller, vernichten als Digitaldaten.
Sobald personenbezogene Daten erst einmal elektronisch erfasst sind, haben die meisten Unternehmen ein Problem, denn diese müssen ebenfalls nach Ablauf der jeweiligen Aufbewahrungsfrist bzw. bei Entfall einer Rechtsgrundlage gelöscht werden. Denken Sie bitte nur mal an Ihr Mailsystem.
Da es nicht nur eine Aufbewahrungsfrist gibt, muss sich das Unternehmen genau überlegen wann welche Daten gelöscht werden müssen. Das kann von „sofort“ bis zu „mehreren Jahrzehnten“ gehen.
Z.B. haben Handelsbriefe eine Frist von 10 Jahren oder Bewerbungsunterlagen im Rahmen von Bewerbungsrunden max. 6 Monate.
Gerade Bewerbungsmails mit ihren Lebensläufen dümpeln in einer Vielzahl von Mail-Postfächern jahrelang herum.

Fazit
„Deutsche Wohnen“ muss nun 14,5 Mio. Euro zahlen.
Ein Bußgeld wird anhand verschiedener Faktoren festgelegt, wie z.B. Umsatz, Umfang der Datenpanne, Umfang des jeweiligen Stands des Datenschutzes, usw., festgelegt.
Ich gehe nicht davon aus, dass Ihr Unternehmen dieses hohe Bußgeld zahlen müsste, wenn die Aufsicht bei Ihnen ein Nichtbeachten der Löschpflicht feststellen würde.
Aber ich empfehle dringend, dass man sich mit dem Thema „Löschpflicht“ intensiv auseinandersetzt.
Denn auch ein Bußgeld von „nur“ 14500 Euro ist ärgerlich, muss nicht sein und kann sehr viel besser genutzt werden.
Natürlich muss man nicht in den Fokus der Aufsichten kommen oder man würde eine andere Sanktion erhalten, kein Bußgeld.
Aber auch Sanktionen durch die Aufsicht bedeuten einen enormen Anstieg des Stresspegels.


Es bleibt spannend!

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